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Landesverband

Arbeitssicherheit macht Spaß!

Gefahrstoffe in Schulen – Chemikalien auswählen und beurteilen -
Experimentalvortrag zum sicheren Umgang mit Gefahrstoffen

Inhalt

Arbeitssicherheit am chemischen Arbeitsplatz wird oft vor allem als aufwändiges (und lästiges) Produzieren von herzeigbaren Unterlagen wahrgenommen, die abgeheftet und dorthin verbracht werden, wo sie bei der täglichen Arbeit möglichst wenig stören. Die Texte gelten als wenig hilfreich, u.a. weil sie in der Regel viel Ballast oder triviales und manchmal sogar Angaben enthalten, die so wirklichkeitsfremd sind, dass sie eher die leidvoll bekannte Hysterie gegenüber "der Chemie" zementieren als Kompetenz im Umgang mit den Chemikalien zu vermitteln.

Kompetenz ist aber der zentrale Aspekt, um sicher experimentieren zu können. Essentiell sind:

  • Eine profunde handwerkliche Expertise. Diese wird durch Erfahrung gewonnen und kann höchstens partiell durch Lektüre oder Schulung nachgebessert werden.
  • Profunde Fachkenntnisse über die Chemie der Stoffe, mit denen experimentiert werden soll.

Daneben braucht es ein grundlegendes Verständnis der GHS-Einstufung von Chemikalien, um die geforderten Gefährdungsermittlungen kompetent durchführen zu können. Das ist keineswegs trivial. Beispiele:

  • Die Packungen von Tabs für Geschirrspühlmaschinen enthalten in der Regel einen Warnhinweis, dass bei der Verwendung ein Augenschutz zu tragen sei. Ist das einfach nur "Schwachsinn" - oder kann man verstehen - und es akzeptieren lernen, warum das so ist und so sein muss? Wäre es nicht sinnvoll, das entsprechende Verständnis auch Schüler*innen zu vermitteln?
  • Quecksilber ist mit dem H-Satz H330 "Lebensgefahr beim Einatmen" zu kennzeichnen. Warum fällt man dann trotzdem nicht tot um, wenn man die Nase über verschüttetes Quecksilber hält?

Der Vortrag soll helfen, Gefährdungen richtig einschätzen zu können und soll dazu ermuntern, vorhandene Spielräume z.B. bei der Erstellung von Betriebsanweisungen zu nutzen, um diese didaktisch ansprechend und wirksam zu gestalten. Einige Gefahren können mit Experimenten visualisiert visualisiert werden, die auch im Unterricht durchgeführt werden können.

Es ist nicht sinnvoll, den gegebenen Rechtsrahmen, unter dem in der Schule experimentiert werden kann, nur als nebulöses, aber bedrohliches Damoklesschwert zu begreifen. Eine aktive Auseinandersetzung schafft vielmehr Sicherheit darüber, was man denn nun tatsächlich nicht darf, aber vor allem auch, was man darf und welche Spielräume man also hat. Deshalb wird in dem Vortrag als erstes ein Überblick über diesen Rechtsrahmen gegeben.

Organisation

Im Auftrag der Unfallkasse Berlin wirken wir mit an der Sicherheitsausbildung der Referendare und Referendarinnen mit dem Fach Chemie. Der in diesem Rahmen angebotene Experimentalvortrag steht auch fertig ausgebildeten Lehrkräften offen.

Teilnahme

Der Vortrag wird regelmäßig 2 Mal im Jahr angeboten und zwar ein Mal im Zeitfenster September-Oktober und das andere Mal im Zeitfenster März-April.

Die Teilnahme ist kostenfrei.

  • Nächster Termin: Freitag, der 21.10.2022 von 14:30 bis etwa 18:00

    Interessenten melden sich bitte bis zum 18.10.2022 per E-Mail unter Angabe der Schule bei Dr. Thomas Lehmann (tlehmann@mnu-bb.de). Die Platzzahl ist begrenzt.

Bitte beachten Sie, dass die Teilnahme nicht die vorgeschriebenen ortsbezogenen Sicherheitsunterweisungen ersetzt!